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Lese

Keine Maschine, alle sechs Hektar. Jeder Stock von Hand, mit Schere und Eimer. Im September und Oktober jedes Jahr, je nach Sorte und Reife. Lesegruppe zwischen acht und vierzehn Personen, zum Großteil seit Jahren dabei. Wir starten im Morgengrauen, weil die Trauben dann kühl sind und beim Eintreffen im Keller nicht oxidieren.

Direkt im Weingarten geht eine erste Triage: kranke Beeren raus, schlechte Trauben raus, was nicht in den Wein soll, bleibt am Boden. Lieber zwei Eimer weniger im Wagen als zwei zweifelhafte Beeren im Tank. Bei Sorten mit dünner Haut — Muskateller, Gemischter Satz — ist die Selektion am strengsten.

Innerhalb von zwei Stunden nach der Lese sind die Trauben im Keller. Kühlraum auf 8 °C, Trauben über Nacht herunterkühlen, am Folgetag verarbeitet. Diese Kühlphase ist der Unterschied zwischen einem aromatischen und einem flachen Wein. Sie braucht keinen großen technischen Aufwand, nur die Disziplin, die Trauben nicht warm in den Tank zu kippen.

Keller